MiSO e. V.
anlässlich der Kommunalwahlen 2016
12.08.2016
Das MigrantInnenSelbstOrganisationen Netzwerk Hannover e. V. (MiSO) stellt
anlässlich der Kommunalwahlen in Niedersachsen am 11.9.2016 folgende
Forderungen:

1. Angemessene Quotenregelung bei der Zusammensetzung der städtischen Gremien sowie der Verwaltung
Die Notwendigkeit der Erhöhung des Anteils der MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund in der Stadtverwaltung wurde bereits im Lokalen
Integrationsplan (LIP) von 2008 betont: „Die Landeshauptstadt Hannover setzt
sich grundsätzlich das Ziel, den Anteil von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund – auch in höher qualifizierten Positionen und in allen
Fachfunktionen – zu erhöhen“ (LIP, S. 111).
Insbesondere sollen sich politische Parteien verpflichten, dass Menschen mit
Migrationshintergrund im Stadtrat, in den Bezirksräten und in anderen politischen Gremien entsprechend ihrem prozentualen Anteil an der Gesamtzahl der BewohnerInnen der Landeshauptstadt Hannover (ca. 25 %) beteiligt werden. Die Vielfalt der Stadtgesellschaft sollte auf allen Ebenen der Politik und Verwaltung sichtbar werden.

2. Evaluation und Weiterentwicklung des Lokalen Integrationsplans
Der Lokale Integrationsplan (LIP) von 2008 enthielt seinerzeit viele positive
Ansätze und praktische Handlungsvorgaben. Er trug zur Aufklärung und
Sensibilisierung der Verwaltung und einschlägigen Institutionen bei und wertete Migrantenorganisationen auf.
Nach den Controlling-Berichten von 2010 und 2012 soll der LIP nun auch
angesichts der verstärkten Zuwanderung umfassend evaluiert, aktualisiert und
weiterentwickelt werden. Dabei sollen Migrantenorganisationen entsprechend
beteiligt werden.

3. Verstärkte Förderung von Migrantenorganisationen
Ca. 150 Migrantenorganisationen sind in Hannover aktiv. Sie leisten als Kultur- und Sprachvermittler eine unverzichtbare Integrationsarbeit. Sie haben ein enormes Fachwissen über das Alltagsleben und Bedürfnisse von Menschen mit Migrationshintergrund und von Geflüchteten. Zahlreiche Migrantenorganisationen werden größtenteils durch ehrenamtliche Arbeit getragen und besitzen beispielsweise nicht einmal eigene Büroräume. Zugleich leiden sie überwiegend unter einer strukturellen Benachteiligung.
Migrantenorganisationen sollten als Experten und Berater in der Migrationsarbeit verstärkt einbezogen werden und wesentlich mehr institutionelle Förderung erhalten.

4. Förderung der Bildungsbeteiligung
Der LIP weist auf die Notwendigkeit einer interkulturellen Öffnung der Bildungslandschaft (LIP, S. 12) hin und betont: „durch Bildungsmaßnahmen wird gesellschaftliche Integration und lebenslanges Lernen befördert (LIP, S. 23).
Um die Bildungsbeteiligung der Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern, soll eine engere Kooperation zwischen Bildungs- und
Weiterbildungseinrichtungen und einschlägigen Migrantenorganisationen ermöglicht werden. Diesbezüglich ist die Errichtung eines Runden Tisches in der Landeshauptstadt Hannover mit der Beteiligung aller relevanten Einrichtungen und Migrantenorganisationen erforderlich.

5. Förderung der Herkunftssprachen und deren Zulassung als 2. Fremdsprache bis zum Abitur
Die Aufwertung der Herkunftssprache ist ein wichtiger Aspekt für die Anerkennung und Wertschätzung von Menschen aus anderen Kulturen. Die Mehrsprachigkeit und Sprachkompetenz sind zugleich eine beachtliche Ressource. Darüber hinaus können diejenigen Kinder, die ihre Muttersprache in Wort und Schrift gut beherrschen, in der Regel schneller und nachhaltiger Deutsch lernen. Deshalb sollen möglichst viele Herkunftssprachen in den Schulen als 2. Fremdsprache bis zum Abitur zugelassen und anerkannt werden.
Die Landeshauptstadt Hannover hat sich bereits im LIP verpflichtet, sich beim Niedersächsischen Kultusministerium dafür einzusetzen, dass die Hauptherkunftssprachen als „reguläre prüfungsrelevante Fremdsprachen bis zum Abitur unterrichtet werden“ (LIP, S. 19).

6. Teilhabe am kulturellen Leben
Kulturangebote der kulturellen Institutionen sollen so vielfältig gestalten werden, dass sie für Menschen aus verschiedenen Kulturen ansprechend werden.
Darüber hinaus sollen alle Menschen unabhängig von Einkommen, Herkunft und Bildungsstand über alle Kulturangebote in der Stadt informiert werden und ihr Zugang zu kulturellen Institutionen soll erleichtert werden. Dabei besitzt
mehrsprachige Information einen wichtigen Stellenwert und muss weiter ausgebaut werden. Außerdem sollen die Rahmenbedingungen für KünstlerInnen mit Migrationshintergrund erheblich erleichtert werden, damit sie ihre Werke produzieren und anbieten können.
Die Teilhabe am kulturellen Leben von Menschen mit Migrationshintergrund sollte durch Zielvereinbarungen mit den städtischen Kultureinrichtungen, den Theatern und Museen verstärkt werden. Einschlägige Migrantenorganisationen sollten Ansprechpartner für Bildungs- und Kulturdezernat werden.

7. Förderung von älteren MigrantInnen
Die Anzahl älterer MigrantInnen nimmt kontinuierlich zu. Hingegen nimmt ihre Fähigkeit Deutsch zu lernen mit dem Alter ab. Dieser Fakt muss bei der Planung von Hilfs- und Pflegeangeboten künftig intensiver berücksichtigt werden. Der Handlungsbedarf ist umso nötiger, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass ältere MigrantInnen noch immer in vielen Bereichen wie Gesundheit, Wohnsituation und Einkommen schlechter gestellt sind als gleichaltrige Einheimische.
Deshalb sollen: – mehrsprachige Wegweiser für ältere MigrantInnen in Hannover, wie der 2013 erschienene „Seniorenkompass“ in sieben Sprachen, verstärkt gefördert werden. Solche mehrsprachigen Informationshefte sind keine einmalige Angelegenheit, sondern sollen ständig aktualisiert und weiterentwickelt werden. – mehrsprachiges Pflege- und Betreuungspersonal in Seniorenpflegeheimen eingesetzt werden. – mehr Begegnungsmöglichkeiten für ältere Menschen gleicher sowie verschiedener Herkunft geschaffen werden. – bestehende Seniorenbüros sich kulturell öffnen und Migrantenorganisationen in ihre Arbeit stärker einbeziehen.

8. Erhebliche Verbesserung der Unterbringung von Geflüchteten
Aktuell sind über 4.800 Geflüchtete in städtischen Unterkünften in Hannover untergebracht. Davon lebt ca. die Hälfte in den so genannten Notunterkünften.
Flüchtlingswohnheime und insbesondere die Notunterkünfte bedeuten eine soziale Ausgrenzung von Geflüchteten. Sie sollen nur als eine Notlösung und für eine möglichst kurze Zeit betrachtet werden.
Deswegen soll: – die dezentrale Unterbringung von Geflüchteten gezielt gefördert werden. – der soziale Wohnungsbau für alle einkommensschwachen
Bevölkerungsgruppen, zu denen Geflüchtete im besonderen Maße gehören,
entsprechend dem realen Bedarf dieser Gruppen massiv gefördert werden. – Geflüchteten von Anfang an gestattet sein, bei Freunden und Bekannten
unterzukommen.
Eine von der Stadtverwaltung unabhängige Kommission mit der Beteiligung von Flüchtlingsinitiativen sollte gegründet werden, die die Einhaltung von der Stadt festgelegten Standards für Flüchtlingsunterkünfte kontrollieren soll.

9. Sofortiger Zugang zu Sprachkursen und Qualifizierungsmaßnahmen für alle Geflüchteten
Trotz positiver Entwicklungen gibt es noch immer wenig Deutschkurse und Qualifizierungsmaßnahmen für Geflüchtete. Außerdem sind zahlreiche Asylsuchende und Geduldete mit zusätzlichen Schwierigkeiten konfrontiert, einen Deutschkurs zu besuchen oder an Qualifizierungsmaßnahmen teilzunehmen.
Beispielsweise werden noch immer Asylsuchende, die keine „gute
Bleibeperspektive“ haben, aus den BAMF-Integrationskursen ausgeschlossen. Viele Kurse sind dermaßen überfüllt, dass sie keine weiteren Teilnehmenden aufnehmen können.
Deshalb sollen: – weitere Förderprogramme für den Ausbau der Deutschkurse und Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt werden. – alle Geflüchteten, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus oder ihrer Bleibeperspektive, gleiche Rechte haben, an allen Deutschkursen
teilzunehmen. – gleichberechtigter Zugang zu Qualifizierungsmaßnahmen ermöglicht werden.

10. Gleiche Rechte auf den Zugang zum Arbeitsmarkt und Gesundheitswesen für Geflüchtete
Die Neuregelung vom November 2014, wonach Geflüchtete nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland arbeiten dürfen, war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. In der Praxis sind aber Geflüchtete noch immer mit strukturellen
Problemen konfrontiert. Beispielsweise ist ihnen die Arbeitsaufnahme während ihres Aufenthalts in einer Erstaufnahmeeinrichtung verboten. Der Aufenthalt in
einer Erstaufnahmeeinrichtung kann aber wesentlich länger als drei Monate dauern.
Deshalb sollen: – alle Geflüchteten, die mehr als 3 Monate in einer Erstaufnahmeeinrichtung leben, auch während ihres Aufenthalts in der Erstaufnahmeeinrichtung arbeiten dürfen, unabhängig davon, ob sie einen Asylantrag gestellt haben oder nicht. – die Vorrangprüfung und Einschränkungen bei der Wohnungssuche, die die Auswahl des Arbeitsplatzes einschränken, abgeschafft werden.
Darüber hinaus soll ein gleichberechtigter Zugang zum Gesundheitswesen für alle Geflüchteten vom ersten Tag ihres Aufenthalts an gewährleistet werden. Die Kosten der Sprachvermittlung sollen durch den Staat übernommen werden.

11. Jährliche Migrationskonferenzen auf kommunaler Ebene
Für eine effektive Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund sollen neue Strukturen geschaffen werden. Ein zentrales Element der neuen Strukturen können jährliche städtische Migrationskonferenzen sein.
Dort werden:
a) Richtlinien für Migrationspolitik auf kommunaler Ebene erarbeitet, ein Forderungskatalog zusammengestellt und weitere Vereinbarungen für das Voranbringen der Migrationspolitik getroffen.
b) die VertreterInnen der Migrationskonferenz gewählt, die die Forderungen der Konferenz in die Politik hineintragen.
Die in den Konferenzen beschlossenen Richtlinien sind für die gewählten VertreterInnen bindend.
Die Teilnahme an Konferenzen soll für alle Personen und Gruppierungen, die im Migrationsbereich aktiv sind, möglich sein. Die Landeshauptstadt Hannover sollte die erforderlichen Mittel für die Organisierung der jährlichen
Migrationskonferenzen bereitstellen.

12. Kommunales Wahlrecht für Nicht-EU-BürgerInnen
Das Wahlrecht ist ein elementarer Bestandteil der politischen Teilhabe. Es ist ein Demokratiedefizit, dass über sieben Millionen Menschen mit ausländischem Pass, die zum Teil seit Jahrzehnten hier leben, nicht einmal das kommunale Wahlrecht besitzen.
Die Verweigerung des kommunalen Wahlrechts für Nicht-EU-BürgerInnen ist undemokratisch und nicht zeitgemäß. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 1990, wonach das Wahlrecht an die deutsche Staatsbürgerschaft gekoppelt ist, ist zumindest für das kommunale Wahlrecht längst überholt, denn hier haben auch EU-BürgerInnen – also Nicht-Deutsche – das Recht zu wählen.
Auch der niedersächsische Landtag hat sich im Juli 2015 mit großer Mehrheit für ein kommunales Wahlrecht für Nicht-EU-BürgerInnen ausgesprochen. Die entsprechend geplante Initiative im Bundesrat ist aber auf Eis gelegt. Die Landeshauptstadt Hannover und der niedersächsische Landtag sollen sich vehement dafür einsetzen, dass die Initiative auf die Tagesordnung des Bundestags gesetzt und letztendlich beschlossen wird.

13. Doppelte Staatsbürgerschaft für Nicht-EU-BürgerInnen
Es ist dringend erforderlich, dass nicht nur allen in Deutschland geborenen MigrantInnenkindern, sondern allen Menschen mit Migrationshintergrund, die die Voraussetzungen für die Einbürgerung erfüllen, ermöglicht wird, im Falle der Einbürgerung ihre bisherige Staatsangehörigkeit beibehalten zu dürfen. Dies erleichtert die Einbürgerung und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl mit der hiesigen Gesellschaft.
Seit Dezember 2014 müssen sich diejenigen MigrantInnenkinder, die ab 1990 hier geboren sind, ab dem 23. Lebensjahr nicht mehr zwischen der deutschen Staatsbürgerschaft und derjenigen ihrer Eltern entscheiden. Sie dürfen aber nur dann eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, wenn sie bis zum 21.
Lebensjahr sechs Jahre in Deutschland zur Schule gegangen sind oder acht Jahre hier gelebt haben. Diese Bedingungen schließen immerhin 10 % der hier geborenen MigrantInnenkinder aus und sollten abgeschafft werden.




Die Unterzeichner (Stand: 12.8.2016)

• Afrikanischer Dachverband Norddeutschland e.V.
• Arbeitskreis Bangladesch in Niedersachsen
• Asiatische Frauengruppe
• Bosniakische Kultur- und Sportgemeinschaft Hannover e.V.
• Can Arkadas e.V.
• Casa Latina Hannover e.V.
• Eviva e.V.
• Kulturzentrum Faust e.V.
• Flüchtlinghilfefond e.V.
• Georgische Migrantinnen und Migranten e.V. (GeMi)
IIK e.V.
• Integrationszentrum Mi.& V. e.V.
• Jessour e.V.
• kargah e.V.
• Kurden Komitee e.V.
• Kurdistan Volkshaus e.V.
• Tolstoi e.V.
• Ukrainischer Verein in Niedersachsen. e.V.
• Vietnamzentrum Hannover e.V.
• Indischer Verein Hannover e.V.

Weitere Unterzeichner

  • Netzwerk Flüchtlingshilfe und Menschenrechte e.V. (29.8.2016)

Das MiSO-Netzwerk Hannover e.V. freut sich, dass Vereine und Initiativen außerhalb von MiSO den Forderungskatalog unterstützen. Weitere Unterzeichner schreiben bitte eine E-Mail an info@miso-netzwerk.de


MiSO e. V.
Gesellschaftskritisch ging es zu am 24.03.2019 mit der Gruppe i,slam in der Faust-Warenannahme - gegen Rassismus und Diskriminierung
25.03.2019
Projekt über Aufklärerisches Denken in den Kulturen Vorderasiens – Workshops in der Ezidischen Akademie
11.03.2019
Fundamentalist*innen der unterschiedlichen Fraktionen, seien es rechtspopulistische oder rechtsradikale Bewegungen oder islamistische Organisationen, leben von Vereinfachungen und Vereindeutigungen. Die Leugnung von Diversität und Vielfalt insbesondere auch in der eigenen Kultur, der Kampf gegen diese Vielfalt bis hin zu Gewalt sind ein zentrales Merkmal dieser Ideologien. Die Fremdheit der anderen, die Gleichheit der eigenen und die Intoleranz gegen alle Abweichungen von dieser Fiktion sind zwei Seiten desselben Denkens.

Um dieser Ausblendung komplexer Realitäten und der Leugnung der Vielfalt realer Gesellschaften entgegenzutreten wollen wir in diesem Projekt beispielhaft aufklärerische Diskurse aus den Regionen, die aus europäischer Sicht als "islamischer Kulturraum" oder als "arabischsprachiger Raum" bezeichnet werden und doch vielmehr Kulturen und Religionen umfassen als diese, diskutieren und für eine Broschüre und Ausstellung aufarbeiten.

Dabei werden wir mit Flüchtlingen und Menschen mit familiärer Migrationsgeschichte dieser Regionen aus unterschiedlichen Kulturen und mit heterogenen weltanschaulichen bzw. religiösen Anschauungen zusammenarbeiten. Gemeinsam wird so eine Ausstellung entstehen, die mit einigen Beispielen als Ausgangspunkt für weitere Diskussionen und Veranstaltungen dienen soll. Wir werden diese ab Ende Mai an verschiedenen Orten der Stadt und der Region Hannover präsentieren.

Uns ist dabei im Vorhinein klar, dass wir mit diesem Projekt nur einen kleinen Ausschnitt der komplexen gesellschaftlichen Realität einer ausgesprochen diversen Region erfassen werden können. Unser Anspruch ist nicht einer der Vollständigkeit, sondern, einige interessante Ansatzpunkte darzustellen.
Die Auswahl der in der obenstehenden Grafik präsentierten Persönlichkeiten ist dabei nicht als Vorauswahl zu begreifen, obwohl es sich bei ihnen bereits um interessante Beispiele handelt: Links im Bild befindet sich İbrahim Şinasi (* 1826 in Konstantinopel; † 13. September 1871 ebenda), ein osmanischer Autor, Journalist und Übersetzer und Vertreter aufklärerischen Gedankenguts, sowie eine von ihm herausgegebene Zeitung. In der Mitte unten ist Fatma Aliye Topuz (* 1862 in Istanbul; † 1936 ebenda) abgebildet, eine türkische Autorin und Frauenrechtlerin. Rechts oben sieht die Betrachter*in die ägyptische Feministin Nabawiyya Mohamed Musa Badawia (* 1886; † 1951) und eine ägyptisches feministisches Magazin aus ihrer Zeit (1925 bis 1940). Im Hintergrund ist Ibn Rushd – Averroës – (* 1126; † 1198) zu sehen, ein auch für die europäische Aufklärung bedeutender andalusischer Philosoph.
Wie bereits erwähnt, sollen hier nur einige mögliche Beispiele aufgezeigt werden. Es steht noch nicht fest, welche Auswahl im Rahmen der Ausstellung präsentiert werden wird, jedes Beispiel umfasst allerdings notwendigerweise sowohl Licht als auch Schatten. Vergleichbar ihren europäischen Pendants, die nicht selten Rassismus und Kolonialismus befördert haben, gilt auch für diese Aufklärer*innen, dass sie neben sehr progressivem Gedankengut immer auch Anschauungen vertreten haben, die das Gegenteil von Respekt von vor der Menschenwürde und von aufklärerischem Denken abbilden. Wir wollen diese Ambivalenzen nicht verschweigen, sondern als Teil des Entwicklungsprozesses darstellen.

Das Projekt führen wir zusammen mit der Ezidischen Akademie und dem Soziologen und Schriftsteller Tengezar Marini durch. Die Wochenendworkshops, in deren Rahmen wir die Ausstellung entwickeln wollen, werden am 09./10. März und am 30./31, März in den Räumen der Ezidischen Akademie stattfinden und stehen allen Interessierten offen. Bitte kontaktieren Sie bei Interesse an den Workshops oder der Ausstellung die Projektleitung im Kulturzentrum Faust: Jörg Djuren - 0511 / 45 50 01 - joerg.djuren@kulturzentrum-faust.de

Wir danken dem Gesellschaftsfond Zusammenleben der Stadt Hannover für die Förderung dieses Projektes.

Kooperationspartner: Ezidische Akademie


MiSO e. V.
05.03.2019
Nach langer schwerer Krebserkrankung ist Djevdet Berisa, Vorsitzender des MiSO-Mitgliedsvereins Romane Aglonipe, im Alter von 49 Jahren verstorben. Die Beerdigung hat am 5. März 2019 auf dem Stöckener Friedhof stattgefunden. Wir erinnern uns gut an Djevdet und sein großes Engagement, das weit über die Interessen seiner Community hinaus ging. Wir haben immer gern mit ihm zusammengearbeitet - unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen.

Tolstoi e.V. feierte seinen großartigen 25. Geburtstag im Freizeitheim Vahrenwald
28.02.2019
25 Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich der Kulturverein äußerst vital und vielseitig. Besonders die Fähigkeiten der jungen Musikschaffenden begeistern beim Jubiläumsfest.

Intensiv, mitreißend und vor allem sehr jung präsentierte sich das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk bei seiner Jubiläumsfeier im großen Saal des Freizeitheims Vahrenwald. Seit 25 Jahren gibt es den Verein, der sich gleichsam für die Pflege der russischen Kultur in Hannover sowie für die Integration der Zugewanderten in die Stadtgesellschaft einsetzt. In zahlreichen Bereichen wie Theater, Film, Beratung und Sport ist Tolstoi e.V. aktiv. Einen besonders eindrucksvollen Einblick bekamen die Gäste der Jubiläumsveranstaltung über die Jugendarbeit in Form von Musikprojekten: Viele junge Menschen präsentierten gekonnt zahlreiche Stücke aus vollkommen unterschiedlichen Genres.

Die rund zweieinhalb Stunden, die für die Veranstaltung angesetzt waren, vergingen durch die vielen unterhaltsamen Programmpunkte wie im Flug. Sie zeigten die Arbeit des Kulturvereins von den Anfangstagen bis heute. 1994, im Jahr der Vereinsgründung, „war in Hannover in Bezug auf russische Kulturarbeit absolut Tote Hose“, erinnerte sich die Gründerin Dr. Tatiana Czepurnyi, die bis heute Vorsitzende von Tolstoi e.V. ist.

Alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 27 Jahren (Ausnahmen möglich) – mit oder ohne Migrationshintergrund – sind eingeladen mitzumachen.
21.02.2019
Du willst etwas bewegen? Etwas in Deinem Stadtteil oder der Gesamtgesellschaft verändern? Deine Meinung zu einem Thema so sagen, dass sie auch von anderen gehört wird? Etwas dafür tun, dass Menschen aller Geschlechter und Kulturen gleich behandelt werden? Dann bist Du bei unserem neuen Projekt „Move it“ genau richtig!

In verschiedenen Workshops gehen wir folgenden Fragen nach:

Was ist eine Demokratie und was sind demokratische Werte? Was bedeutet Gleichstellung? Wie können wir Medien nutzen um die Gesellschaft zu verändern und was bedeutet Meinungsfreiheit? Welche Stärken und Potenziale schlummern in uns und wie können wir sie aktiv nutzen? Diese Fragen begleiten uns im Projekt. Außerdem möchten wir mit Euch zusammen spannende Präsentationen unserer neu gewonnenen Kenntnisse entwerfen. Ob als Videoclip, Internetpräsentation, Text, Fotoserie oder in einer anderen Form – Ihr entscheidet, was wir entwickeln.

Um einen handfesten Einblick in demokratische Mitgestaltungsmöglichkeiten zu bekommen, wollen wir außerdem verschiedene Organisationen und Personen besuchen, darunter Verbände, Gewerkschaften, Parlamente, Initiativen, aber auch Medienhäuser und Blogger*innen.

Neugierig geworden?

Dann komm zu den folgenden Terminen – jeweils um 18 Uhr:
(Ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich)

Di., 26.02.19 Treffen am Sprengel Museum
Bist du Mensch oder Maschine? Virtual Reality erleben im Sprengel Museum

Di., 05.03.19 in der Faust Warenannahme
(Thema: Selbstkompetenz)

Di., 12.03.19 in der Werk-statt-Schule (Zur Bettfedernfabrik 1)
(Thema: Medienkompetenz)

Mi., 20.03.19 in der Faust Warenannahme
(Thema: Demokratie)

Di., 26.03.19 in der Werk-statt-Schule (Zur Bettfedernfabrik 1)
(Thema: Selbstkompetenz)

Die weiteren Termine für 2019 werden noch bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf Euch!
MiSO e. V.
© Foto: Jana
27.03.
Filmvorführung und Podiumsdiskussion mit dem Autor und mit ProtagonIsten des Films. Die Linden Legendz werden den Abend begleiten.
Präsentiert von: MiSO e. V.
18 Uhr
Eintritt: frei
Zukunftswerkstatt Ihmezentrum
Ihmeplatz 7E
30449 Hannover-Linden
28.03.
Präsentiert von: kargah e. V.
um 11:00 Uhr
Eintritt: frei, nur für Frauen
kargah/Stadtteilbüro
Stärkestr. 19a
30451 Hannover
MiSO e. V.
28.03.
Multiplikatorentreffen für Befragung hannoverscher Migrant*innenSelbstOrganisationen zum Lokalen Integrationsplan (LIP)
Präsentiert von: MiSO e. V.
16:30 - 18 Uhr
Eintritt: frei für MiSO-Mitglieder
Zielgruppe: Mögliche Multiplikatoren aus dem MiSO-Netzwerk
MiSO
Mengendamm 12
30177 Hannover
30.03.
Karneval feiern mit Tanz, Musik und Essen
Präsentiert von: Grupo Canela e. V.
17 Uhr
Eintritt: frei, bitte anmelden!
Marschnerstraße 34
30167 Hannover
31.03.
Präsentiert von: FZH Vahrenwald
Um 12:30 Uhr
Eintritt: frei
Vahrenwalder Straße 92
30165 Hannover
01.04.
Auf der Tagesordnung steht eine Diskussion zum Lokalen Integrationsplan (LIP). Gäste dazu: Dieter Wuttig, Asghar Eslami und Jürgen Liedtke.
Präsentiert von: kargah e. V.
19 Uhr
Eintritt: frei
kargah e.V.
Zur Bettfedernfabrik 1
30451 Hannover
© Foto:  Dimitrij Czepurnyi
04.04.
Mehrsprachige Lesung mit musikalischer Begleitung
Präsentiert von: kargah e. V.
19 Uhr
Eintritt: frei
Iranische Bibliothek und Dokumentationszentrum
Zur Bettfedernfabrik 3
30451 Hannover
07.04.
Im Rahmen des Internationalen Kammertheaterfestivals MOST

Präsentiert von: Tolstoi e. V. Hannover
14 Uhr
Eintritt: Kosten 10,- bis 17,- €
Sprache: deutsch
Theater in der List
Spichernstraße 13
30161 Hannover
© Foto: Olena Svitlova
25.04.
Vernissage am Donnerstag, 25.04.2019 um 19:00 Uhr in den neuen Ausstellungsräumen in der Stärkestraße 19a! Ausstellung vom 26.04. bis 07.07.2019
Präsentiert von: kargah e. V.
19 Uhr
Eintritt: frei
kargah Stadtteilarbeit
Stärkestraße 19a
30451 Hannover
26.04.
Präsentiert von: FZH Vahrenwald
Um 15:00 Uhr, Treffpunkt: Haupteingang des Stöckener Friedhofs
Vahrenwalder Straße 92
30165 Hannover
01.05.
Internationales 1. Mai-Fest
Präsentiert von: FAUST e. V.
Um 14:00 Uhr
Eintritt: frei
Kulturzentrum Faust
Zur Bettfedernfabrik 3
30451 Hannover
15.06.
Im Rahmen eines vom Gesellschaftsfonds Zusammenleben geförderten Projekts stellen Faust, kargah und MiSO u.a. die Haltung von hannoverschen MigrantInnenSelbstOrganisationen zum Lokalen Integrationsplan zur Diskussion.
Präsentiert von: FAUST e. V.
10 bis 18 Uhr
Eintritt: frei
Kulturzentrum Faust + kargah-Haus
Zur Bettfedernfabrik
30451 Hannover

© 2019 MiSO-Netzwerk Hannover e. V.