Mitglieder stellen sich vor
Initiative Internationales Kulturzentrum

MiSO e. V.
„Wir müssen bekannter werden“
05.12.2016
In Hannover fördern ehrenamtliche LotsInnen den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit. 13 gibt es bislang von Ihnen, dazu mit Abayomi Bankole einen Multiplikator und mit Stephan Kaps bei der Volkshochschule einen Koordinator. Die Landeshauptstadt scheut offenbar weder Kosten noch Mühen, das Projekt „Einbürgerungslotsen“ voran zu bringen. „Wichtig ist, dass die Stadt uns den Rücken stärkt“, heißt es dazu aus dem Kreis der Beteiligten.

„Fast 8 000 Einbürgerungen in Niedersachsen im Jahr 2015“, lautete die Überschrift einer Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom April 2016. Damit sei in Niedersachsen die Zahl der Eingebürgerten im Vergleich zum Vorjahr um 266 Personen (3,4 Prozent) gestiegen. Aus anderen Bundesländern wird eher über rückläufige Zahlen berichtet. 2015 gab es auch bundesweit betrachtet 1,1 % weniger Einbürgerungen als im Vorjahr. „Nur gut 2 Prozent derjenigen, die den deutschen Pass haben könnten, wollten ihn zuletzt auch“, vermeldete die taz.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist auch die Landeshauptstadt an verstärkter Einbürgerung von zugewanderten AusländerInnen interessiert. Im Jahr 2015 hat Hannover insgesamt 1.197 Personen eingebürgert, im aktuellen Jahr 2016 sind es bislang (Stand 28. November) schon 1.199 Personen.

„Ohne deutschen Pass gibt es keine politische Partizipation“, sagt Abayomi Bankole. Trotzdem registriert der aus Nigeria stammende und seit 44 Jahren in Deutschland lebende „Einbürgerungs-Multiplikator“ bei vielen MigrantInnen Hemmnisse vor Behörden, die es abzubauen gelte: „Wir sind da, um diese Ängste zu minimieren!“

Einbürgerungslotsen – ein ehrgeiziges Projekt

„Ziel des Projektes ‚Einbürgerungslotsen‘ ist es, Menschen, die die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen, dazu zu motivieren, sich auch tatsächlich einbürgern zu lassen.“ Im Sommer 2015 informierte die damalige Bereichsleiterin Migration und Integration, Melanie Walter, die hannoverschen Ratsgremien über den Stand der Dinge. Sie wies darauf hin, dass die Entscheidung für oder gegen eine Einbürgerung vielfach auf persönliche Gründe zurückzuführen sei. Ein ähnliches Projekt habe in Hamburg zu steigenden Einbürgerungszahlen geführt und in Hannover sei man mittlerweile auf gutem Wege dahin, so Walter.

Im Haushalt 2015 wurden 50.000 Euro eingestellt zur Initialisierung und Umsetzung des Projekts „Einbürgerungslotsen“. „Hintergrund dieser Entscheidung ist das Bemühen der Landeshauptstadt Hannover, die Zahl der Einbürgerungen weiter zu steigern“, heißt es zur Begründung. So wurde schon im Lokalen Integrationsplan 2008 als Ziel formuliert: „Möglichst viele der Einwohnerinnen und Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen, sollen dieses Recht auch tatsächlich nutzen.“

Werben für Einbürgerung - hier bei 'Rucksack-Müttern" im November 2016
Werben für Einbürgerung - hier bei 'Rucksack-Müttern" im November 2016

Das Projekt wurde zunächst auf zwei Jahre angelegt. Da bei der VHS Hannover schon eine Stelle für die Koordination der IntegrationslotsInnen vorhanden war, wurde hier auch die Projektleitung angesiedelt. Zielvorgabe 2015: Ausbildung von zehn EinbürgerungslotsIinnen. Neben der Projektleitung sollten zusätzlich drei MultiplikatorInnen mit Migrationshintergrund eingesetzt werden. „Diese werden zunächst selbst als Lotsinnen qualifiziert und anschließend auf Mini-Job-Basis dezentral bei drei verschiedenen Migrantenorganisationen angebunden. Sie stehen damit verbindlicher zur Verfügung als die rein ehrenamtlichen Kräfte und sollen zudem vertieft qualifiziert werden, um auch komplexere Fälle unterstützend beraten zu können“, so die städtischen Zielvorgaben.

Von der Theorie zur Praxis

Gestartet wurde das Projekt im Herbst 2015. Es gibt einen Flyer, der das Thema „Einbürgerungslotsen“ erklärt. „Hannover ist eine Einwanderungsstadt“, lautet darin das Grußwort von Oberbürgermeister Stefan Schostok: „Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen in näherer Zukunft persönlich die Einbürgerungsurkunde überreichen könnte!“

Im März 2016 erfolgten erste Schulungen von EinbürgerungslotsInnen. Die Ausbildung umfasste 50 Unterrichtsstunden und setzte die Basisqualifikation der IntegrationslotsInnen voraus. Mittlerweile gibt es 13 LotsInnen, die sich zur Abstimmung ihrer Arbeit in der Regel monatlich treffen. Und mit Abayomi Bankole vom Afrikanischen Dachverband Nord einen Multiplikator, der über das MiSO-Netzwerk angebunden ist. „Wir müssen bekannter werden“, sagt der Hannoveraner, „zum Beispiel indem diese Kampagne intensiver beworben wird“.

(wobe)

ANSPRECHPARTNER zum Thema Einbürgerungslotsen:

Stephan Kaps

Projektkoordination Einbürgerungs-Lots*innen

Volkshochschule Hannover (VHS)

Tel.: (+49) 0511 / 168 – 36 34 2

(Sprechzeiten i.d.R. Montag bis Donnerstag vormittags und nach Vereinbarung)

MiSO e. V.
Gesellschaftskritisch ging es zu am 24.03.2019 mit der Gruppe i,slam in der Faust-Warenannahme - gegen Rassismus und Diskriminierung
25.03.2019
Projekt über Aufklärerisches Denken in den Kulturen Vorderasiens – Workshops in der Ezidischen Akademie
11.03.2019
Fundamentalist*innen der unterschiedlichen Fraktionen, seien es rechtspopulistische oder rechtsradikale Bewegungen oder islamistische Organisationen, leben von Vereinfachungen und Vereindeutigungen. Die Leugnung von Diversität und Vielfalt insbesondere auch in der eigenen Kultur, der Kampf gegen diese Vielfalt bis hin zu Gewalt sind ein zentrales Merkmal dieser Ideologien. Die Fremdheit der anderen, die Gleichheit der eigenen und die Intoleranz gegen alle Abweichungen von dieser Fiktion sind zwei Seiten desselben Denkens.

Um dieser Ausblendung komplexer Realitäten und der Leugnung der Vielfalt realer Gesellschaften entgegenzutreten wollen wir in diesem Projekt beispielhaft aufklärerische Diskurse aus den Regionen, die aus europäischer Sicht als "islamischer Kulturraum" oder als "arabischsprachiger Raum" bezeichnet werden und doch vielmehr Kulturen und Religionen umfassen als diese, diskutieren und für eine Broschüre und Ausstellung aufarbeiten.

Dabei werden wir mit Flüchtlingen und Menschen mit familiärer Migrationsgeschichte dieser Regionen aus unterschiedlichen Kulturen und mit heterogenen weltanschaulichen bzw. religiösen Anschauungen zusammenarbeiten. Gemeinsam wird so eine Ausstellung entstehen, die mit einigen Beispielen als Ausgangspunkt für weitere Diskussionen und Veranstaltungen dienen soll. Wir werden diese ab Ende Mai an verschiedenen Orten der Stadt und der Region Hannover präsentieren.

Uns ist dabei im Vorhinein klar, dass wir mit diesem Projekt nur einen kleinen Ausschnitt der komplexen gesellschaftlichen Realität einer ausgesprochen diversen Region erfassen werden können. Unser Anspruch ist nicht einer der Vollständigkeit, sondern, einige interessante Ansatzpunkte darzustellen.
Die Auswahl der in der obenstehenden Grafik präsentierten Persönlichkeiten ist dabei nicht als Vorauswahl zu begreifen, obwohl es sich bei ihnen bereits um interessante Beispiele handelt: Links im Bild befindet sich İbrahim Şinasi (* 1826 in Konstantinopel; † 13. September 1871 ebenda), ein osmanischer Autor, Journalist und Übersetzer und Vertreter aufklärerischen Gedankenguts, sowie eine von ihm herausgegebene Zeitung. In der Mitte unten ist Fatma Aliye Topuz (* 1862 in Istanbul; † 1936 ebenda) abgebildet, eine türkische Autorin und Frauenrechtlerin. Rechts oben sieht die Betrachter*in die ägyptische Feministin Nabawiyya Mohamed Musa Badawia (* 1886; † 1951) und eine ägyptisches feministisches Magazin aus ihrer Zeit (1925 bis 1940). Im Hintergrund ist Ibn Rushd – Averroës – (* 1126; † 1198) zu sehen, ein auch für die europäische Aufklärung bedeutender andalusischer Philosoph.
Wie bereits erwähnt, sollen hier nur einige mögliche Beispiele aufgezeigt werden. Es steht noch nicht fest, welche Auswahl im Rahmen der Ausstellung präsentiert werden wird, jedes Beispiel umfasst allerdings notwendigerweise sowohl Licht als auch Schatten. Vergleichbar ihren europäischen Pendants, die nicht selten Rassismus und Kolonialismus befördert haben, gilt auch für diese Aufklärer*innen, dass sie neben sehr progressivem Gedankengut immer auch Anschauungen vertreten haben, die das Gegenteil von Respekt von vor der Menschenwürde und von aufklärerischem Denken abbilden. Wir wollen diese Ambivalenzen nicht verschweigen, sondern als Teil des Entwicklungsprozesses darstellen.

Das Projekt führen wir zusammen mit der Ezidischen Akademie und dem Soziologen und Schriftsteller Tengezar Marini durch. Die Wochenendworkshops, in deren Rahmen wir die Ausstellung entwickeln wollen, werden am 09./10. März und am 30./31, März in den Räumen der Ezidischen Akademie stattfinden und stehen allen Interessierten offen. Bitte kontaktieren Sie bei Interesse an den Workshops oder der Ausstellung die Projektleitung im Kulturzentrum Faust: Jörg Djuren - 0511 / 45 50 01 - joerg.djuren@kulturzentrum-faust.de

Wir danken dem Gesellschaftsfond Zusammenleben der Stadt Hannover für die Förderung dieses Projektes.

Kooperationspartner: Ezidische Akademie


MiSO e. V.
05.03.2019
Nach langer schwerer Krebserkrankung ist Djevdet Berisa, Vorsitzender des MiSO-Mitgliedsvereins Romane Aglonipe, im Alter von 49 Jahren verstorben. Die Beerdigung hat am 5. März 2019 auf dem Stöckener Friedhof stattgefunden. Wir erinnern uns gut an Djevdet und sein großes Engagement, das weit über die Interessen seiner Community hinaus ging. Wir haben immer gern mit ihm zusammengearbeitet - unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen.

Tolstoi e.V. feierte seinen großartigen 25. Geburtstag im Freizeitheim Vahrenwald
28.02.2019
25 Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich der Kulturverein äußerst vital und vielseitig. Besonders die Fähigkeiten der jungen Musikschaffenden begeistern beim Jubiläumsfest.

Intensiv, mitreißend und vor allem sehr jung präsentierte sich das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk bei seiner Jubiläumsfeier im großen Saal des Freizeitheims Vahrenwald. Seit 25 Jahren gibt es den Verein, der sich gleichsam für die Pflege der russischen Kultur in Hannover sowie für die Integration der Zugewanderten in die Stadtgesellschaft einsetzt. In zahlreichen Bereichen wie Theater, Film, Beratung und Sport ist Tolstoi e.V. aktiv. Einen besonders eindrucksvollen Einblick bekamen die Gäste der Jubiläumsveranstaltung über die Jugendarbeit in Form von Musikprojekten: Viele junge Menschen präsentierten gekonnt zahlreiche Stücke aus vollkommen unterschiedlichen Genres.

Die rund zweieinhalb Stunden, die für die Veranstaltung angesetzt waren, vergingen durch die vielen unterhaltsamen Programmpunkte wie im Flug. Sie zeigten die Arbeit des Kulturvereins von den Anfangstagen bis heute. 1994, im Jahr der Vereinsgründung, „war in Hannover in Bezug auf russische Kulturarbeit absolut Tote Hose“, erinnerte sich die Gründerin Dr. Tatiana Czepurnyi, die bis heute Vorsitzende von Tolstoi e.V. ist.

Alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 27 Jahren (Ausnahmen möglich) – mit oder ohne Migrationshintergrund – sind eingeladen mitzumachen.
21.02.2019
Du willst etwas bewegen? Etwas in Deinem Stadtteil oder der Gesamtgesellschaft verändern? Deine Meinung zu einem Thema so sagen, dass sie auch von anderen gehört wird? Etwas dafür tun, dass Menschen aller Geschlechter und Kulturen gleich behandelt werden? Dann bist Du bei unserem neuen Projekt „Move it“ genau richtig!

In verschiedenen Workshops gehen wir folgenden Fragen nach:

Was ist eine Demokratie und was sind demokratische Werte? Was bedeutet Gleichstellung? Wie können wir Medien nutzen um die Gesellschaft zu verändern und was bedeutet Meinungsfreiheit? Welche Stärken und Potenziale schlummern in uns und wie können wir sie aktiv nutzen? Diese Fragen begleiten uns im Projekt. Außerdem möchten wir mit Euch zusammen spannende Präsentationen unserer neu gewonnenen Kenntnisse entwerfen. Ob als Videoclip, Internetpräsentation, Text, Fotoserie oder in einer anderen Form – Ihr entscheidet, was wir entwickeln.

Um einen handfesten Einblick in demokratische Mitgestaltungsmöglichkeiten zu bekommen, wollen wir außerdem verschiedene Organisationen und Personen besuchen, darunter Verbände, Gewerkschaften, Parlamente, Initiativen, aber auch Medienhäuser und Blogger*innen.

Neugierig geworden?

Dann komm zu den folgenden Terminen – jeweils um 18 Uhr:
(Ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich)

Di., 26.02.19 Treffen am Sprengel Museum
Bist du Mensch oder Maschine? Virtual Reality erleben im Sprengel Museum

Di., 05.03.19 in der Faust Warenannahme
(Thema: Selbstkompetenz)

Di., 12.03.19 in der Werk-statt-Schule (Zur Bettfedernfabrik 1)
(Thema: Medienkompetenz)

Mi., 20.03.19 in der Faust Warenannahme
(Thema: Demokratie)

Di., 26.03.19 in der Werk-statt-Schule (Zur Bettfedernfabrik 1)
(Thema: Selbstkompetenz)

Die weiteren Termine für 2019 werden noch bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf Euch!

© 2019 MiSO-Netzwerk Hannover e. V.